Samstag, 18. Juni: Dünendösen und Bulldozer-Käfer

Wieder heißt es heute früh aufstehen. Diesmal schaffen wir es und stehen um 5:25 Uhr als vierte in der Schlange vor dem Eingangstor zum Park. Nachdem wir die Nummer drei vor uns überholt haben, fahren wir im Konvoi mit den übrigen beiden Wagen vor uns mit rund 80 km/h getreu dem Motto „go with the flow“ bis zur Düne 45. Jede Minute zählt, wenn man bei Sonnenaufgang oben sein möchte. Am Parkplatz der Düne angekommen wundern wir uns kräftig, dass wir die einzigen sind, die abbiegen. Auch die hinter uns anrauschenden Autos fahren weiter in Richtung 2x4-Parkplatz. Das soll uns nur recht sein. Wir machen uns auf den Weg die Düne hinauf. Sie ist nicht die höchste im Park aber mit über 300 Metern trotzdem nicht gerade klein. Nach einer guten halben Stunde haben wir es geschafft und um kurz nach 7 Uhr sehen wir die Sonne hinter den Naukluftbergen im Osten aufgehen. Viel länger hätten wir nicht brauchen dürfen. Es bleibt gerade genug Zeit, das Stativ aufzubauen und die Kamera auszurichten. Jetzt kommen auch die ersten anderen Touristen die Düne hinauf. Nachdem wir die im Streiflicht beleuchteten Dünen von oben bestaunt haben, gehen wir die Direttissima zu einem Seitenarm hinunter und diesen nach Osten zur kleinen, unberührten Nachbardüne mit einem wunderschönen, völlig intakten Wellenmuster. Oben auf der Düne 45 sammeln sich unterdessen die Touristenmassen. Hinter der Düne steht der große Beinahe-Vollmond. Im Grunde geht jetzt ein ununterbrochener Menschenstrom die Düne hinauf und wieder herunter. Wir gehen an der Seitenflanke entlang zurück zum Parkplatz, kommen an einem Baum vorbei, den die Düne schon halb umflossen hat und leeren unsere Schuhe aus, die schon wieder vom Sand ganz eng geworden sind. Dann fahren wir gegen 9 Uhr zurück nach Sesriem und biegen nach einigen Fotostopps rund 4 km hinter dem Flugfeld und nur etwa 1 km vor dem Eingang nach Norden zur Elim-Düne ab. Diese Idee hatte heute außer uns noch niemand. Wir parken ganz alleine vor der Düne im Schatten eines Baums. Das frühe Aufstehen macht sich bemerkbar. Es ist ruhig, wir klappen die Sitze nach hinten und sind ruckzuck weg. Erst um kurz vor 12 Uhr wachen wir wieder auf. Die Düne selbst ist sehr weitläufig und relativ flach aber mit schönem Dünengras bewachsen. Zwischendurch steht auch mal ein Pilz im Sand. Im Grunde ist sie eine extrem weitläufige Sicheldüne und der östlichste Ausläufer der Sandwüste innerhalb des Parks. Um die Düne führt ein Weg herum, an dessen Rändern kleine Käfer Löcher in den Boden baggern. Sie verschwinden in einem Loch im Sand und kommen, eine Ladung Sand vor sich her schiebend, wieder heraus.

Wir beschließen, den heißen Nachmittag im Sesriem Canyon zu verbringen und dort auch bei einem Picknick etwas zu essen. Beim Canyon angekommen ist es brütend heiß und wir genießen den Schatten unten in der engen, bis zu 30 m tiefen Schlucht, die der Tsauchab gegraben hat. Der Fluss füllt den Canyon zu dieser Jahreszeit nicht mehr. An einigen Stellen ist aber Wasser stehen geblieben und darin befinden sich kleine Welse. Die eigentliche Schlucht ist nur rund einen Kilometer lang und davon ist der Teil stromaufwärts der Einstiegstelle nicht weit begehbar. Wir machen es uns etwas weiter unten im Schatten bei Landjägern, Gemüse und Apfelsaft bequem.

Am späten Nachmittag gönnen wir uns ein Savanna als Sundowner und gehen zum Abendessen hinüber in die Sossusvlei Lodge. Schon von unserem letzten Besuch wissen wir, dass es dort ein hervorragendes Grillbuffet gibt. Als externer Gast meldet man sich an der Rezeption und bekommt dann einen Tisch zugewiesen. Am Grill kann man die gesamte Namibische Antilopenwelt ordern. Das Essen ist angefangen bei den Vorspeisen über die vielfältigen Hauptspeisen bis zum Dessert durchweg empfehlenswert. Auch die Weinkarte ist ordentlich.